Mittwoch, 22. Februar 2012



Emma 

Cover:

ein wenig zu modern und ein bisschen zu langweilig, aber noch wesentlich ansehnlicher als die anderen Covers vom selben Verlag.

Inhalt:

Die hübsche und reiche Emma verbringt ihre Zeit gerne damit sich mit Hilfe ihrer Phantasie auszumahlen welche Dame und welcher Herr in ihrer Nachbarschaft ein schönes Paar abgeben würden.
Ihre neue beste Freundin gibt natürlich ein perfektes Objekt ab und so vertreibt Emma ihre Langweile gerne damit diese gewissen Herren bekannt zu machen und mit viel Feingefühl zu versuchen die Gefühle der beiden Auserwählten in die, ihrer Meinung nach, richtigen Bahnen zu lenken.
Sie spielt mit den Schicksalen anderer, was damit endet dass Emma erst bemerkt wie viel ihr ein bestimmter Gentleman zu bedeuten scheint, als sie ihn schon an eine andere verloren glaubt...

Meine Meinung:

Erst einmal zu dem wichtigsten Punkt: Die Übersetzung.
Ich habe leider keine andere zum Vergleich, kann aber sagen, dass mir zumindest diese sehr gut gefallen hat und auch nicht zu modern übersetzt wurde, sodass der Schreibstil immer noch sehr schön und angenehm zu lesen war.
Die Handlung ist amüsant und beinhaltet viele Überraschungen und Wendungen, wenn auch die Seitenlangen Reden einer gewissen nervigen Nebenfigur namens Miss Bates wirklich Wort für Wort niedergeschrieben worden, wahrscheinlich um den Leser die Qualen zu verdeutlichen die Emma auf sich nahm wenn sie eben diese aus Höflichkeit besuchte.
Das schönste an dem Roman sind aber zweifellos die liebevoll gestalteten Charakter, die zwar nicht alle sympathisch sind, aber in ihrer Verschiedenheit und den Wandlungen die sie im Laufe der 550 Seiten durchmachen durchaus realistisch wirken und einem nicht als oberflächliche und perfekte Mary Sues in Erinnerung bleiben.
Und obwohl Emma mit ihrer Eitelkeit und Selbstüberschätzung nicht die sympathischste Protagonisten ist, habe ich sie gerade wegen dieser Fehler so lieb gewonnen, sodass es mir beim Beenden der letzten Seite und dem lesen des letzten Satzes so vorkam als hätte ich aus den Fehlern und dem Erlebten einer guten Freundin, gemeinsam mit ihr, etwas gelernt.
Trotzdem bekommt das Buch von mir einen Stern abgezogen, weil ich, sobald ich das Buch einmal weggelegt nicht das dringende Bedürfnis gespürt hatte es unbedingt weiter zu lesen.
Denn im Gegensatz zu Emma konnte man als Leser viel besser beurteilen, ob ihre Kupplungsversuche misslingen oder gut gehen würden und wer wirklich am Ende glücklich zusammen kommt, sodass man nicht vor Neugier schnell wieder zum Buch greift. Das allerdings auch nur bei der ersten Hälfte, ab dem Zweiten konnte ich es nur widerwillig aus der Hand legen :) 

Außerdem hat das Buch den unheimlich großen Vorteil, dass so weit ich weiß alle von Jane Austen erschaffenen Männer (zumindest die, die mit der Protagonistin zusammen kommen) wirkliche Traummänner sind und man ihnen mit jeder Seite immer mehr ins schwärmen gerät  ♥ 
Aber ich gönne ihn Emma natürlich :) 

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